In dem Forschungsprojekt Künstlerische Strategien zur Befragung von Geschichtsbildern seit den 1990er Jahren geht es um den Erkenntnisbereich der Geschichte in der Kunst nach dem Ende des Kalten Krieges. Es knüpft damit an die Tradition des Historienbildes an, das im 20. Jahrhundert seinen Niedergang erfuhr. Doch nach seinem Ende beschäftigen sich Künstler*innen in ihren Arbeiten weiterhin mit geschichtlichen Ereignissen aus Vergangenheit und Gegenwart – das Historienbild ist von noch genauer zu definierenden Geschichtsbildern abgelöst worden. Im Forschungsprojekt geht es einerseits darum zu zeigen, wie sich diese vormals stark ideologisch geprägte Gattung vor dem Hintergrund der Zeitenwende seit den 1990er Jahren und im Zuge zeitgeschichtlicher, bild- und geschichtswissenschaftlicher Veränderungen und unter Erweiterung verschiedener künstlerischer Medien transformiert. Welche intermedialen Beziehungen Künstler*innen dabei in ihren Arbeiten nutzen, ist andererseits mit der Frage nach den historischen Ereignissen verknüpft, die ihnen konstruktiv zugrunde liegen und zieht weitere Fragen nach sich, wie jene nach der Konzeption des Geschichtsbildes als Denkfigur für Vorstellungen und Deutungen der Vergangenheit, für die Erinnerungskulturen einer Gesellschaft und deren mediale Repräsentationen.